Schlafende Hunde wecken

Durch sein Reden ein Risiko eingehen; an eine Gefahrenquelle rühren.

Erläuterungen

Die Redewendung geht zurück auf das Sprichwort »Schlafende Hunde soll man nicht wecken«. So lange sie schlafen, geht nämlich keine Gefahr von ihnen aus. Man weiß nicht, was passiert, wenn man sie weckt.

Dies lässt sich auf Themen übertragen, an die man nicht rühren sollte. Sie bergen ein Risiko oder ein Tabu in sich. Weckt man schlafende Hunde, dann lenkt man die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners auf ein Thema. Das könnte zu unguten Gefühlen oder Konflikten führen.

Dasselbe gilt für Probleme. Wenn sie nicht lösbar sind, sollte man sie ruhen lassen. Auch einen Streit, der beigelegt wurde, greift man besser nicht wieder auf. Selbst wenn die Streitursache möglicherweise nicht geklärt werden konnte.

Belegt ist die Redewendung schon bei Hans Sachs (1494–1576):
drumb magstu wol dein maul zu-drücken
und liest den hund wol billig schlaffen.

H. Sachs 14, 55, 25 Keller-Götze
(Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm)

Beispiele und Zitate

  • Statt also beim Kind zu denken: ›Oh, lieber nichts sagen, sonst wecken wir schlafende Hunde‹, sollte man das Thema Sexualität proaktiv ansprechen.

  • Diesen Anruf wertete das Gericht eher zugunsten des Initiators. ›Warum hätte er schlafende Hunde wecken sollen, wenn er den Mann eigentlich hintergehen wollte?‹, sagte der Richter in der Begründung.

  • Wer sich über seinen Status unsicher ist und beim Finanzamt nicht schlafende Hunde wecken will, sollte einen Steuerberater befragen.

  • Allerdings spricht einiges dafür, dass Schwarz-Gelb auch nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nicht den sozialen Kahlschlag plant. Denn die Koalitionäre in spe dürften wissen, dass sie damit schlafende Hunde wecken könnten.

Übersetzung in andere Sprachen

  • Let sleeping dogs lie.
    Englisch
  • Il ne faut pas réveiller le chat qui dort.
    Französisch
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 21. Januar 2021.