Jemanden einen Kopf kürzer machen

1. Jemanden köpfen, jemanden enthaupten.
2. Jemanden bestrafen; jemanden zur Verantwortung ziehen.

Erläuterungen

Einen Menschen zu köpfen oder zu enthaupten ist in zivilisierten Gesellschaften nicht mehr an der Tagesordnung. Es ist Mord und damit eins der schwersten Verbrechen überhaupt. Ganz sicher würde man den Tathergang nicht mit dieser despektierlichen Metapher umschreiben.

Die umgangssprachliche Redewendung wird heutzutage also im übertragenen Sinne gebraucht. In der Literatur gibt es hin und wieder ausgefallene Anwendungsbeispiele. So weigert sich der Protagonist in Martin Walters Roman »Halbzeit« seine »Hoffnungen täglich einen Kopf kürzer zu machen«.

Beispiele und Zitate

  • […] Darauf gieng es wunderlich her/ die meiste Rathsherrn hielten darvor/ man solte mich an die Folter werffen/ so würde ich vielmehr dergleichen Stücke bekennen/ und alsdann nach befindenden Dingen als eine undütze Last der Erden/ um eines Kopfs kürtzer zu machen seyn/ welcher Sentenz mir auch weitläufftig notificirt wurde;[…]

    Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, Trutz Simplex. Utopia [i. e. Nürnberg], 1670.
  • Ja, ich war alles andere als ein Miesmacher, ich weigerte mich, meine Hoffnungen täglich einen Kopf kürzer zu machen.

    Martin Walser, Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 88.
  • Früher hätte der junge, rabiate Peymann jeden einen Kopf kürzer gemacht, der ihm als Künstler mit einer Kaffeewerbung gekommnen wäre.

    Der Tagesspiegel, 21.12.2000
  • Na warte, wenn das stimmt, dann werde ich ihn einen Kopf kürzer machen!

  • Wenn meine Eltern das Abschlusszeugnis sehen, machen die mich einen Kopf kürzer.

Varianten

  • Jemanden um einen Kopf kürzer machen
  • Jemanden (um) einen Kopf kleiner machen
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 15. Januar 2021.