Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen

Fernab der Zivilisation; draußen in der Natur; in einer abgeschiedenen, einsamen Gegend.

Erläuterungen

In Grimmelhausens »Simplicissimus« aus dem Jahr 1668 taucht eine ältere Variante der Redewendung auf: »Dort im Spessart, allwo die Wölfe einander gute Nacht geben«. Später war die Rede von verlassenen Gegenden, »wo sich die Füchse gute Nacht sagen«. Noch später wurde aus den ursprünglich gleichartigen Tieren Fuchs und Hase. Sie alle leben normalerweise fernab der menschlichen Zivilisation.

Fuchs und Hase sind zudem von Natur aus Feinde, in Sprache und Literatur häufig Gegenpole. Die beiden verabschieden sich weder zur Nacht noch stehen sie anderweitig in Kontakt. Die Aussage der alten Redensart wird also noch einmal gesteigert: Es muss schon ein seltsam entlegener Ort sein, wo sich diese Tiere überhaupt begegnen, geschweige denn einen freundlichen Umgang miteinander pflegen.

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Röhrich, Lutz: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Freiburg u. a.: Herder 2003.

Beispiele und Zitate

  • Die Altmark, murmelt mein Begleiter düster, sei ein gottverlassener Landstrich, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

  • Die Photovoltaik boomt an Orten, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. In Deutschland stagniert sie.

  • Da war, so wird unter Abgeordneten erzählt, weit weg, sagen wir in Niedersachsen, ein Wahlkreis, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, die Suche nach einem Kandidaten.

    Die Zeit, 16.01.1976, Nr. 04
  • Denn Erfahrungen aus der Fußgängerzone an der Wilmersdorfer Straße zeigten, dass sich dort abends Fuchs und Hase gute Nacht sagten.

    Berliner Zeitung, 12.10.2002

Übersetzung in andere Sprachen

  • In the middle of nowhere
    Englisch

Varianten

  • Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen
  • Wo sich die Füchse gute Nacht sagen
  • Wo sich die Wölfe gute Nacht sagen
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 10. Februar 2021.