Jemandem etwas deutlich zu verstehen geben; jemandem etwas unverblümt sagen; jemandem Vorhaltungen machen; jemanden tadelnd auf etwas hinweisen; jemandem etwas Unangenehmes immer wieder vorwerfen.
Wird einem etwas Unangenehmes vor die Nase gehalten, stößt einen der schlechte Geruch ab. In der Redensart geht es jedoch nicht um stinkenden Käse, sondern um unerfreuliche Tatsachen. Die will man jemandem deutlich zu verstehen geben. Sie werden einem nicht nur vorgehalten, sondern unter die Nase gerieben. Reiben ist eine sich wiederholende Bewegung. Sie verstärkt das Unbehagen noch.
Die Redensart ist seit dem 16. Jahrhundert belegt.
Warum wird den Unternehmen – aber auch Interessenverbänden wie den Gewerkschaften – die Verantwortung für die Zukunft nicht kräftig unter die Nase gerieben?
Auf jeden Fall finde ich, darf er es meiner Mutter nicht jeden Mittag unter die Nase reiben, daß alles fade schmeckt.
Doch das Volk möchte es nicht dauernd unter die Nase gerieben bekommen.
»Mein Herr Marquis, Ihr Stück hat sehr, sehr viel kalte, langweilige, unnütze Szenen. Aber es sei fern von mir, daß ich Ihnen einen Vorwurf daraus machen sollte! Behüte der Himmel! ich bin ein Franzose; ich weiß zu leben; ich werde niemanden etwas unangenehmes unter die Nase reiben.[…]«
Der Prophet Michaeas hat der Statt Jerusalem die Warheit vnder die Nasen geriben als er ohne Scheuh auffgeschryen.
ja ich .. darff auch nichts mehr sagen, ich wolt es ihm sonst auch wol unter die nasen reiben.