Einen Frosch im Hals haben

Heiser sein; sich beim Sprechen räuspern müssen; während des Redens immer wieder husten müssen; beim Schlucken behindert sein.

Herkunft

Es handelt sich um die Übersetzung des lateinischen Begriffs Ranula (= Fröschlein). In der Medizin bezeichnet Ranula eine kleine Geschwulst im Mund. Sie kann das Sprechen, Schlucken und Atmen erschweren. Meist muss sie operativ entfernt werden.

Erläuterungen

Wer kennt das nicht! Man ist heiser und bekommt kaum einen Ton raus. Ständig muss man sich räuspern und husten. Es fühlt sich an, als sitze etwas im Hals fest, das einen beim Sprechen stört. Man behauptet dann leichthin, einen Frosch im Hals zu haben.

Mit dem grünen, quakenden Tier aus dem Teich hat das allerdings nichts zu tun. Vielmehr kann es sich um ein Fröschlein handeln. Genau genommen sitzt es auch nicht im Hals, sondern unter der Zunge. Gemeint ist eine Zyste. Ärzte nennen sie Ranula. Das ist Lateinisch und wird eben mit Fröschlein übersetzt. Die Zyste ist ein Fremdkörper im Mund. Also versucht man ihn durch Räuspern und Husten loszuwerden.

Zum Glück hat nicht jeder »Frosch im Hals« einen medizinischen Hintergrund. Im Laufe der Zeit hat sich die Diagnose verselbständigt und als Redensart Eingang in die Sprache gefunden.

Beispiele und Zitate

  • Eine knödelige Stimme, die klang, als habe dieser Grönemeyer einen Frosch im Hals, wenn nicht eine Mandelentzündung.

  • Wer vorn ganz leise den Frosch im Hals wegräuspert, ist bis zu den Stehplätzen bestens zu hören.

    Der Tagesspiegel, 13.12.2001
  • Gegen einen Frosch im Hals kämpft die Berliner Hymnentafel nur selten: Sie sind eben 25 und kein bisschen heiser.

    Der Tagesspiegel, 12.11.1999
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 17. Februar 2021.