Morgen ist auch noch ein Tag.

1. Man beendet seine Arbeit für heute oder fängt eine neue Sache gar nicht erst an. Stattdessen verschiebt man sie auf morgen.
2. Man setzt seine Hoffnung und Zuversicht in den nächsten Tag, auf das Morgen.

Herkunft

Die Redensart ist bekannt als Ende des Romans »Vom Winde verweht« von Margaret Mitchell aus dem Jahre 1936. Streng genommen hat sie dort jedoch nicht ihren Ursprung.

Erläuterungen

Die sprichwörtliche Redensart hat zwei Bedeutungen. Umgangssprachlich bezieht sie sich auf eine zu erledigende Aufgabe. Die Wendung wird gebraucht, um eine Arbeit guten Gewissens auf den nächsten Tag zu verschieben: Morgen ist ja auch noch ein Tag! Oder man beendet die Arbeit an einer Sache: Schluss für heute, morgen ist auch noch ein Tag. Die Redensart kann auch scherzhaft gemeint sein, wenn man sich selbst oder andere nicht unter Termindruck setzen will: Jetzt bloß keinen Stress! Morgen ist auch noch ein Tag.

Die andere Bedeutung ist, dass man seine Hoffnung und Zuversicht in einen neuen Tag setzt. Mit diesem Inhalt ist die Redensart als Ende des Romans »Vom Winde verweht« bekannt. Im Mittelpunkt des Südstaaten-Epos von Margaret Mitchell steht die hinreißende Scarlett O’Hara. Den Beziehungskrieg gegen Rhett Butler hat sie verloren. Am Ende steht sie buchstäblich vor dem Nichts. Doch selbst da gibt sie nicht auf: »Morgen auf Tara will ich darüber nachdenken. Dann werde ich es ertragen. Morgen wird mir schon einfallen, wie ich ihn mir wieder erobere. Schließlich, morgen ist auch noch ein Tag.« Scarlett O’Hara verbindet mit dem morgigen Tag Hoffnung und neue Chancen. Im englischen Original lautet der Schlusssatz: Tomorrow is another day.

Beispiele und Zitate

  • Jetzt bloß keinen Stress! Morgen ist auch noch ein Tag.

  • Morgen ist auch noch ein Tag, das war bei Dir keine Durchhalteparole, keine Gemütlichkeitsphrase, bei Dir war das wirklich: ein Hoffen darauf, dass morgen besser wird als heute.

    Die Zeit, 29.12.2016 (online)
  • Morgen ist auch noch ein Tag, sagten wir gerne; so lange, bis auf einmal kein Morgen mehr war.

    Die Zeit, 06.11.2008, Nr. 46
  • Irgendwie schaffte er es, seine Zuversicht beizubehalten und weiterzugeben, frei nach dem Motto: Morgen ist ja auch noch ein Tag.

    Die Zeit, 19.06.2008, Nr. 26
  • Frei nach dem Prinzip »Morgen ist auch noch ein Tag« vermeiden es Aufschieber, sich ihren Aufgaben zu stellen und erledigen stattdessen andere Sachen.

    Die Zeit, 10.10.2007, Nr. 32
  • »Morgen ist auch ein Tag«, sagt sie schließlich und wird tatsächlich rot.

    Ingrid Noll: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 97
  • Aber morgen ist auch noch ein Tag. Deshalb wird erst einmal ausgeruht und Tee getrunken.

  • »Morgen auf Tara will ich darüber nachdenken. Dann werde ich es ertragen. Morgen wird mir schon einfallen, wie ich ihn mir wieder erobere. Schließlich, morgen ist auch noch ein Tag.«

  • Es wird Abend, man ist müd, man schläft eine Nacht. Morgen ist auch noch ein Tag.

    Hugo Marti: Die Herberge am Fluss, 1932.
  • Morgen war auch ein Tag.

    Arthur Schnitzler: Traumnovelle. Berlin, 1926.

Übersetzung in andere Sprachen

  • Tomorrow is another day.
    Englisch

Varianten

  • Morgen ist auch noch ein Tag.
  • Morgen ist auch ein Tag.
  • Morgen ist ja auch noch ein Tag.
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 18. Juni 2021.