Das Gras wachsen hören

Kleinste Anzeichen wahrnehmen und meinen daraus etwas ableiten zu können; aus vermeintlichen oder tatsächlichen Veränderungen Schlüsse ziehen; etwas erahnen; (über)ängstlich sein.

Umgangssprachlich, oft spöttisch.

Die Redewendung geht zurück auf die »Edda«, eine Sammlung skandinavischer Götter- und Heldensagen aus dem 13. Jahrhundert. Dort wird über Heimdall, den Wächter der Götter, gesagt, er habe so gute Ohren, dass er »das Gras auf der Erde und die Wolle auf den Schafen« wachsen hören könne.



Beispiele und Zitate:

»Er bedarf weniger Schlaf als ein Vogel und sieht sowohl bei Nacht als bei Tag hundert Rasten weit; er hört auch das Gras in der Erde und die Wolle aus den Schafen wachsen, mithin auch Alles was einen stärkern Laut giebt.«
»Das ist sicher nur ein Gerücht; Herr Heise hört wieder mal das Gras wachsen.«
»Dieser Genscher! Lange schon aus dem aktiven Geschäft, aber noch immer hört er das Gras wachsen.«
»Bei der Nachrichtenagentur Reuters scheint man das Gras wachsen zu hören.«

Englische Übersetzung:

read too much into things

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