Eine Hand wäscht die andere.

Eine Gefälligkeit im Gegenzug für eine andere.

Herkunft

Das Sprichwort ist lateinischen Ursprungs.

Erläuterungen

Die sprichwörtliche Redensart ist seit dem 1. Jahrhundert belegt. Manus manum lavat (= Hand wäscht Hand) hieß es in lateinischer Sprache schon beim römischen Philosophen und Dichter Seneca. Das bedeutet, dass eine Gefälligkeit eine andere nach sich zieht. Das Sprichwort ist bis heute in vielen Sprachen geläufig.

Die »Gefälligkeit« kann auch darin bestehen, dass sich Täter gegenseitig schützen und nicht verraten. In der Folge bleiben strafbare Handlungen unentdeckt.

Quellen und weiterführende Literatur:

  • Röhrich, Lutz: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Freiburg u. a.: Herder 2003.
  • Dudenredaktion (Hrsg.): Duden – Redewendungen, Berlin, Bibliograph. Instit. GmbH 2020.

Beispiele und Zitate

  • Mit […] günstigen Zugangstarifen hat die Firma bereits 160.000 Mitglieder für ihr Netz gewonnen. Das Prinzip dahinter: Eine Hand wäscht die andere.

  • Eine Hand wäscht die andere, und noch ist nicht klar, wer hier wen überlistet hat. Nach Berlusconis Pfeife tanzen in Italien jedenfalls nicht nur die Holzpuppen.

    Franz Haas, Neue Zürcher Zeitung, 19.10.2002
  • Eine Hand wäscht die Andere, ich verbürge mich dafür, daß Sie mit einer leichten Zurechtweisung, die Ihnen nur des Scheins halber ertheilt werden wird, entschlüpfen sollen, zumal da in der Sache selbst nichts Unrechtes geschieht.

    Karl Immermann, Münchhausen. Bd. 4., 1839

Übersetzung in andere Sprachen

  • Manus manum lavat.
    Lateinisch
  • One hand washes the other.
    Englisch
  • Une main lave l’autre.
    Französisch
  • Una mano lava l’altra.
    Italienisch
  • Ruki Ruka mojet.
    Russisch
Letzte Aktualisierung dieser Seite am 17. Februar 2021.