Jemandem nicht das Wasser reichen können

Jemandem unterlegen sein; an jemandes Können oder Wissen nicht im Entferntesten heranreichen; jemandem nicht ebenbürtig sein.


Im Mittelalter wurde Gästen vor und nach dem Essen von Dienstboten eine Schale Wasser gereicht, mit dem sie die Hände reinigen konnten. Unter den Dienstboten gab es jene, die nicht einmal das Recht hatten, den Gästen das Wasser zu reichen. Heute hat die Redensart eine übertragene Bedeutung.

Schon Goethe hob mit diesem Vergleich die überragende Stellung des Gretchen hervor. Im Drama Faust fragt Gretchens Bruder, ob es denn überhaupt jemanden gäbe, der seiner Schwester ebenbürtig sei und ihr dass Wasser reiche (siehe Zitat unten).



Beispiele und Zitate:

»Aber ist eine im ganzen Land,
Die meiner trauten Gretel gleicht,
Die meiner Schwester das Wasser reicht?«
»Der Phaeton mag noch so viel Luxus für sein Geld bieten, in Sachen Image und Verkaufszahlen kann er Audi, BMW und Mercedes nicht das Wasser reichen.«
»Und der Medienstandort kann, man muss es leider sagen, anderen Bundesländern nicht das Wasser reichen.«

Englische Übersetzung:

  • not be able to hold a candle to somebody
  • not be a patch on somebody